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Frage:

Was muss ich machen, um eine Fristverlängerung für die Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung oder einer Lohnsteuer-Anmeldung zu erhalten? [01002]

Antwort:

I. Umsatzsteuer-Voranmeldungen

Allgemeines

Die Frist für die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen und für die Entrichtung der Umsatzsteuer-Vorauszahlungen kann auf Antrag um einen Monat verlängert werden (§ 46 UStDV).

Verpflichtung zur elektronischen Übermittlung

Der Antrag auf Dauerfristverlängerung/die Anmeldung der Sondervorauszahlung ist seit dem 01.01.2011 grundsätzlich auf elektronischem Weg an die Finanzverwaltung zu übermitteln (§ 48 Abs. 1 Satz 2 UStDV). Informationen hierzu erhalten Sie unter der Internet-Adresse www.elster.de. In begründeten Fällen kann das Finanzamt auf entsprechenden Antrag hin zur Vermeidung von unbilligen Härten auf eine elektronische Übermittlung verzichten.

Antragsfrist:

Die Fristverlängerung muss bis zu dem Zeitpunkt beantragt werden, an dem die Voranmeldung, für die die Fristverlängerung erstmals gelten soll, nach § 18 Abs. 1, 2 und 2a UStG abzugeben ist.

Beispiel 1:

Unternehmer U ist zur monatlichen Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen verpflichtet. Er möchte ab Mai 2011 die Dauerfristverlängerung in Anspruch nehmen. Der entsprechende Antrag muss dem Finanzamt bis zum 10. Juni 2011 vorliegen. (Hinweis: Bei monatlicher Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen ist ggf. eine Sondervorauszahlung anzumelden und zu entrichten, s.u.).

Beispiel 2:

Unternehmer U gibt vierteljährlich Umsatzsteuer-Voranmeldungen ab. Die Dauerfristverlängerung soll ab dem I. Quartal 2011 gelten. U muss den Antrag bis zum 10. April 2011 an das Finanzamt übermitteln. (Hinweis: Unternehmer, die vierteljährlich Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben, müssen keine Sondervorauszahlung leisten).

Geltungsdauer der Dauerfristverlängerung

Die Fristverlängerung kann in Anspruch genommen werden, wenn das Finanzamt den Antrag nicht ablehnt. Ein gesonderter Bewilligungsbescheid wird nicht erteilt. Die Fristverlängerung gilt solange, bis der Unternehmer sie nicht mehr in Anspruch nehmen will oder das Finanzamt die Fristverlängerung widerruft (§ 46 UStDV).

 

Höhe der Sondervorauszahlung

Wenn der Unternehmer zur monatlichen Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen verpflichtet ist, wird die Dauerfristverlängerung unter der Auflage erteilt, dass eine Sondervorauszahlung angemeldet und an das Finanzamt entrichtet wird. Die Sondervorauszahlung beträgt ein Elftel der Summe der Umsatzsteuer-Vorauszahlungen des Vorjahres (ohne Anrechnung der für das Vorjahr geleisteten Sondervorauszahlung).

Beispiel:

Unternehmer U hat für das Kalenderjahr 2010 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen in Höhe von insgesamt 39.000 Euro (die Sondervorauszahlung für das Kalenderjahr 2010 in Höhe von 5.000 Euro wurde bereits abgezogen) angemeldet.

Zur Berechnung der Sondervorauszahlung für das Kalenderjahr 2011 ist die Summe der Umsatzsteuer-Vorauszahlungen 2010 in Höhe von 39.000 Euro um die angerechnete Sondervorauszahlung in Höhe von 5.000 Euro zu erhöhen. Aus der Bemessungsgrundlage von 44.000 Euro errechnet sich eine Sondervorauszahlung für das Kalenderjahr 2011 von 4.000 Euro.

Unternehmer, die vierteljährlich Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben, können die Fristverlängerung ohne Entrichtung einer Sondervorauszahlung in Anspruch nehmen. Weitere Einzelheiten zur Ermittlung der Höhe der Sondervorauszahlung sind aus § 47 UStDV ersichtlich.

Frist für die Anmeldung und Entrichtung der Sondervorauszahlung

Die Sondervorauszahlung ist bis zum 10. des Monats anzumelden und zu entrichten, der auf den Monat folgt, für den die Fristverlängerung erstmalig gelten soll. Während ihrer Geltungsdauer ist die Sondervorauszahlung jeweils jährlich bis zum 10. Februar anzumelden und zu entrichten.

Beispiel:

Soll die Dauerfristverlängerung erstmalig für den Monat Mai in Anspruch genommen werden, muss die Sondervorauszahlung bis zum 10. Juni angemeldet und abgeführt werden. In den Folgejahren ist die Sondervorauszahlung jeweils bis zum 10. Februar anzumelden und zu entrichten.

II. Lohnsteuer-Anmeldungen

Die Frist für die Abgabe der Lohnsteuer-Anmeldungen kann nur in Ausnahmefällen aufgrund eines begründeten Fristverlängerungsantrags gemäß § 109 AO verlängert werden.

 

[017 / Stand: 17.08.2011]

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